Das Dilemma mit den Werbelockern

Der Axel Springer Konzern geht schon seit geraumer Zeit gerichtlich gegen Adblock Plus vor und versucht nach verlorener Klage nun eine technische Lösung zu implementieren. Seit heute sperrt das Onlineportal Bild.de Nutzer mit aktivem Werbeblocker aus. Um dennoch auf die Inhalte zugreifen zu können wird auf die Deaktivierung des Werbeblockers oder auf das BILDsmart Abo verwiesen. Ein Umstand, der nicht besonders glücklich ist. Laut den Anwälten des Konzerns verdient dieser sein Geld mit der Vermarktung von Werbung. “Journalistische Inhalte sind das Vehikel, um die Aufmerksamkeit des Publikums für die werblichen Inhalte zu erreichen.” Ist ja fast wie im Märchen “Hänsel und Gretel“. Artikel dienen also nicht der allgemeinen Pressefreiheit und der freien Meinungsbildung, sondern um auf Werbeangebote aufmerksam zu machen.

Doch geht es Nutzern mit Werbeblockern nur darum, Werbung auszublenden? Oder geht es darum, Webtracking, Penetration oder betrügerische Absichten zu vermeiden? Fakt ist, das einige Werbetreibende versuchen, mehr über Nutzer zu erfahren, um so u.a. personalisierte Werbung einzublenden. Dazu werden Daten über die Nutzer gesammelt und ein Profile erstellt, um so auf die eventuellen Vorlieben und Interessen reagieren zu können. Doch genau das möchte nicht jeder Nutzer. Das Privileg, sich im Internet frei bewegen zu können, ohne dabei Verfolgt zu werden, wird damit beeinträchtigt.

Es entsteht ein Wettlauf mit der Zeit, bis Werbeblocker nachziehen werden, und ebenso Onlineportale. Es bleibt abzuwarten, was noch passieren wird. Der Springer Konzern geht jedefalls gegen das Gerichtsurteil in Berufung. Doch Werbung sollte nicht Mittel zum Zweck sein.

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